Qualität

Coachingkompetenz

“Es ist einfach für seine Überzeugung zu kämpfen, aber schwer nach ihr zu leben.”
Dieser Weisheitsspruch gilt nicht zuletzt für alle beratenden und unterstützenden Berufe, so auch für das Coaching.


Professor Dr. Harald Geißler von Forschungsstelle Coach-Gutachten in Hamburg hat zur Qualitätssicherung einen Kriterienkatalog für den Bereich Einzelcoaching vorgeschlagen.
Wir fühlen uns diesen Kriterien verpflichtet. Dies gilt auch, soweit anwendbar, für die Bereiche Unternehmenscoaching und Teamcoaching.

Qualitätskriterien für Coaching

Der Coach ...

  • hat differenziertes Hintergrundwissen über Coaching
  • hat Hintergrundwissen über Marketing und kann dieses im Rahmen der Kundenakquisition nutzen
  • kann bei der Auftragsklärung beurteilen, ob Coaching die richtige Maßnahme ist
  • beherrscht Methoden (z.B. zirkuläres Fragen), mit denen er neben den geäußerten auch verdeckte Erwartungen und Ziele erkennen kann
  • beherrscht Methoden für die Entwicklung von Designs für Coaching-Settings, die der Klientenproblematik Rechnung tragen
  • beherrscht Verhandlungstechniken und -strategien
  • kann die Erfolgsaussichten eines Coachings sicher abschätzen
  • gleicht seine eigene Wahrnehmung mit der Klientenwahrnehmung ab

Der Coach ...

  • hat differenziertes Wissen über das Problemlösungs- und Problemvermeidungs-
    verhalten, Lernen, Persönlichkeitsentwicklung und alltägliche neurotische Störungen Erwachsener
  • kann die Äußerungen des Klienten einfühlsam und differenziert wahrnehmen
  • kann Fakten strukturieren und daraus Hypothesen entwickeln
  • kann die entwicklungsfähigen Ressourcen des Klienten klar erkennen und sich ein differenziertes Bild von den Bedingungen machen, unter denen sie sich gut entfalten können
  • beherrscht Methoden, mit denen er im Klientengespräch seine Hypothesen prüfen kann
    Umfeldberücksichtigung

Der Coach ...

  • hat ein differenziertes Managementwissen über die Bedeutung von Organisationsstruktur, -strategie und -kultur, weiß um die Probleme, die aus Führung und Kooperation erwachsen können
  • kann klar erkennen, welche Fakten des organisationalen Umfeldes des Klienten für dessen aktuelle Problematik relevant sind
  • kann aus den ermittelten Infos begründete Hypothesen entwickeln
  • beherrscht Methoden (z.B. Organisationsaufstellung), mit denen er den Klienten unterstützen kann, sein Umfeld klar zu sehen
  • beherrscht Methoden (z.B. leerer Stuhl), mit denen der Klient ergründen kann, wie er von anderen gesehen und bewertet wird
  • beherrscht Methoden (z.B. systemisches Fragen), mit denen er dem Klienten helfen kann zu ergründen, was in seinem Umfeld passieren würde, wenn er sich anders verhalten würde als bisher
  • beherrscht vielfältige Methoden der Kommunikation und Beziehungsgestaltung

Der Coach ...

  • hat ein differenziertes Wissen über Kommunikation, klientenzentrierte und beratergeleitete Gesprächsführung und über die Ausbalancierung von empathischer Nähe und analytischer Distanz sowie die Bedeutung von Wertschätzung und eines guten Klientenkontaktes
  • hat die Fähigkeit, einen guten Kontakt zum Klienten aufzubauen und ihm authentisch Wertschätzung entgegenzubringen
  • kann das Spannungsfeld zwischen Empathie und Analytik gut ausbalancieren
  • kann sich verbal und nonverbal auf das Verhalten des Klienten einstellen
  • kann „aktiv zuhören“ und Fragetechniken als Diagnose- und Interventionstools einsetzen
  • kann seine Gedanken verständlich vermitteln und visualisieren
  • vereint Prozess- und Ergebnisorientierung

Der Coach...

  • beherrscht Methoden, mit denen er den Klienten bei der Klärung seiner Coaching-Ziele und der Identifizierung, Umsetzung und Erfolgsprüfung problemlösender und potenzialentfaltender Schritte unterstützen kann
  • kann dem Klienten Orientierung geben, indem er z.B. eine Standortbestimmung vorlegt
  • kann Tests (z.B. MBTI, DISG) und Fragebögen (z.B. zur Selbst- und Fremdeinschätzung) als Diagnose- und Interventionstools einsetzen
  • kann für ein emotional positives Lernklima sorgen
  • kann erkennen, wann es sinnvoll ist, dem Klienten problemlösende Tipps zu geben und beherrscht Methoden, ihm zu helfen, diese kritisch zu prüfen
  • kann die mentalen Konstruktionen des Klienten kritisch konfrontieren
  • kann Feedback über Stärken, Schwächen, Potenziale geben
Der Coach ...
  • hat ein differenziertes Wissen über Coaching-Ansätze und Schulen
  • hat die wirtschaftliche Freiheit und Selbstverpflichtung, Aufträge abzulehnen, wenn die Erfolgschancen zweifelhaft sind
  • hat den Selbstanspruch, jede Sitzung systematisch zu dokumentieren und auszuwerten
  • kann entscheiden, wann er eine Supervison, eine bestimmte Weiterbildung o.Ä. in Anspruch nehmen muss
  • hat eine klare Vorstellung von seinen Glaubenssätzen, Werten, Lieblingshypothesen und -interventionen und auch davon, wann und wie er in seiner Arbeit durch Übertragungen und Projektionen gefährdet ist
  • pflegt Netzwerke und beobachtet den Coaching-Markt, um sich mit den neuen Entwicklungen kritisch auseinander setzen zu können

Quelle: Leicht gekürzte Version des Kompetenzprofils fürs Einzelcoaching, Professor Dr. Harald Geißler, Forschungsstelle Coach-Gutachten, Hamburg